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STI notice › Syphilis

Syphilis: Symptome, Stadien, Behandlung und wie du es deinem Partner sagst

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Infektion, die durch ein Bakterium verursacht wird. Anfangs bleibt sie oft unbemerkt, weil das erste Geschwür nicht schmerzt und von selbst abheilt, aber sie ist mit Penicillin heilbar, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Hier erfährst du, welche Symptome sie verursacht, wie sie behandelt wird und wie du es deinem Partner sagst.

Was ist Syphilis?

Syphilis (auch Lues genannt) ist eine Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum. Sie verläuft in Stadien und kann ohne Behandlung jahrelang im Körper bleiben und Herz, Gehirn, Augen und andere Organe schädigen. Außerdem erleichtert sie eine Ansteckung mit HIV.

Symptome und Stadien der Syphilis

- Primäre Syphilis: 10 bis 90 Tage nach der Ansteckung (im Durchschnitt nach etwa 3 Wochen) entsteht ein schmerzloses Geschwür (harter Schanker) an den Genitalien, am After oder im Mund. Es heilt nach einigen Wochen von selbst ab, die Infektion bleibt aber bestehen.
- Sekundäre Syphilis: Wochen später kann ein Hautausschlag auftreten, oft an Handflächen und Fußsohlen, dazu Fieber, Unwohlsein, geschwollene Lymphknoten oder Haarausfall.
- Latente Syphilis: Es gibt keine Symptome, aber die Infektion besteht weiter und ist im Bluttest nachweisbar. Diese Phase kann Jahre dauern.
- Tertiäre Syphilis: Jahre später kann sie bei einem Teil der unbehandelten Menschen Herz, Nervensystem und andere Organe schädigen.

In jedem Stadium kann sie Augen, Gehör oder Nervensystem befallen. Wenn du Veränderungen beim Sehen oder Hören bemerkst, lass dich sofort untersuchen.

Wie wird Syphilis übertragen?

Sie wird durch direkten Kontakt mit dem Geschwür oder den Hautveränderungen beim Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr übertragen. Kondome senken das Risiko, schließen es aber nicht aus, wenn sich die Stelle in einem Bereich befindet, den das Kondom nicht abdeckt. In der Schwangerschaft kann sie auch von der Mutter auf das Kind übergehen. Durch gemeinsam genutzte Kleidung, Besteck oder Toiletten wird sie nicht übertragen.

Test und Diagnose

Syphilis wird mit einem Bluttest festgestellt und, wenn ein Geschwür vorhanden ist, mit einem Abstrich davon. Testen lassen kannst du dich in einer Arztpraxis, in einer Beratungsstelle oder Ambulanz für sexuelle Gesundheit oder bei manchen Hilfsorganisationen. Wenn der Test positiv ist, lass dich auch auf HIV und andere STI testen.

Behandlung der Syphilis

Syphilis wird mit Penicillin geheilt, meist als Spritze in den Muskel. Im Frühstadium reicht in der Regel eine Dosis, in späteren Stadien sind mehrere nötig. Wenn du allergisch gegen Penicillin bist, verschreibt dir deine Ärztin oder dein Arzt eine Alternative. Die Behandlung beseitigt die Infektion, macht aber bereits entstandene Schäden nicht rückgängig.

In den Stunden nach der Spritze können Fieber, Schüttelfrost oder Muskelschmerzen auftreten: Das ist eine bekannte, vorübergehende Reaktion. Hab keinen Sex, bis deine Ärztin oder dein Arzt es dir erlaubt, die Geschwüre abgeheilt sind und deine Partner behandelt wurden. Danach wird mit weiteren Bluttests überprüft, ob die Syphilis ausgeheilt ist.

Wie sage ich meinem Partner, dass ich Syphilis habe?

Wenn du es deinem Partner sagst, kann er sich behandeln lassen, bevor die Infektion fortschreitet, und dich nicht erneut anstecken. Einige Tipps:
- Tu es so bald wie möglich: Wenn der Kontakt in den letzten 3 Monaten war, wird meist auch dann behandelt, wenn der Bluttest negativ ist.
- Wähle den Moment und den Weg: persönlich, wenn es dein fester Partner ist; bei einem Gelegenheitspartner kann ein Anruf oder eine Nachricht reichen.
- Bleib bei den Fakten, ohne Schuldzuweisungen: Syphilis kann lange unbemerkt bleiben, deshalb sagt die Diagnose nichts darüber aus, wann oder von wem die Infektion stammt.
- Sag, dass sie heilbar ist: Penicillin heilt sie, und je früher die Behandlung beginnt, desto besser.

Wenn du es nicht persönlich sagen kannst oder willst, hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst dir in deiner Praxis oder Beratungsstelle helfen lassen, wo das Personal in manchen Fällen die Kontakte informiert, oder du schickst eine anonyme SMS oder E-Mail mit STI notice, ohne dass dein Name oder deine Nummer erscheint.

Wen musst du informieren?

Das hängt davon ab, in welchem Stadium die Syphilis festgestellt wurde. Als Orientierung empfehlen die medizinischen Leitlinien:
- Primäre Syphilis: Partner der letzten 3 Monate plus die Zeit, in der du Symptome hattest.
- Sekundäre Syphilis: Partner der letzten 6 Monate plus die Zeit mit Symptomen.
- Frühe latente Syphilis: Partner des letzten Jahres.
Deine Ärztin oder dein Arzt sagt dir, welcher Zeitraum in deinem Fall gilt.

Wenn du benachrichtigt wurdest, dass du Syphilis haben könntest

Vereinbare einen Termin in einer Arztpraxis oder einer Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und erkläre, dass ein Partner positiv getestet wurde. Du bekommst einen Bluttest und, wenn der Kontakt in den letzten 3 Monaten war, meist auch dann eine Behandlung, wenn das Ergebnis negativ ist, weil der Test die Infektion erst nach Wochen nachweisen kann. Verzichte bis dahin auf Sex und achte auf Geschwüre oder Hautausschlag.

Wie kann man Syphilis vorbeugen?

Verwende Kondome beim Vaginal-, Anal- und Oralverkehr und lass dich regelmäßig testen, wenn du neue oder mehrere Partner hast. Wenn du bei deinem Partner ein Geschwür oder einen Ausschlag siehst, habt keinen Sex, bis es ärztlich abgeklärt ist.

Häufige Fragen zur Syphilis

  • Kann man sich beim Oralsex oder Küssen mit Syphilis anstecken?

    Beim Oralsex ja: Das ist ein häufiger Übertragungsweg. Beim Küssen ist es möglich, aber selten, und nur wenn es im Mund ein Geschwür oder Hautveränderungen gibt.

  • Warum bin ich nach der Behandlung immer noch positiv?

    Weil einer der Tests (der Treponemen-Test) Antikörper nachweist, die meist lebenslang bleiben. Ob du geheilt bist, zeigt ein anderer Test (RPR oder VDRL), dessen Wert in den Monaten nach der Behandlung sinken sollte.

  • Kann ich mich erneut mit Syphilis anstecken?

    Ja. Eine überstandene Syphilis schützt nicht vor einer neuen Infektion. Deshalb ist es wichtig, dass deine Partner behandelt werden und dass du Kondome verwendest.

  • Was passiert, wenn ich schwanger bin und Syphilis habe?

    Syphilis kann auf das Baby übergehen und eine Fehlgeburt, eine Frühgeburt oder eine angeborene Syphilis verursachen. Deshalb wird in der Schwangerschaftsvorsorge darauf getestet. Die Behandlung mit Penicillin ist in der Schwangerschaft sicher und wirksam.

Weitere sexuell übertragbare Infektionen

Tripper (Gonorrhö) · Genitalherpes · HIV · Filzläuse · HPV und Feigwarzen · Chlamydien · Scheidenpilz (Candidose) · Hepatitis A, B und C · Trichomoniasis · Krätze · Mpox (Affenpocken)

Quellen: gesund.bund.de: Syphilis; LIEBESLEBEN (BIÖG): Syphilis; CDC: Behandlungsleitlinie Syphilis (englisch).
Gesundheitsinformation, aktualisiert im Oktober 2026. Sie ersetzt nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal.
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